Die Postkutsche - deutsche Fassung

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Language: English Stories | Deutsche Geschichten
Consent: Noncon | Consensual
Length: Flash | Short | Medium | Long
LGBT: Lesbian | Gay | Trans
Theme: Gang Rape | Female Rapist | SciFi | Fantasy
Blue
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Die Postkutsche - deutsche Fassung

Post by Blue »

Teaser:
Jakes Gedanken wurden von dem schrillen „NEIN! NICHT!“ unterbrochen, das Claire nun ausstieß. Und damit war ihm endgültig klar, dass er nur mit Worten nicht weiterkommen würde. Sein Griff wurde härter, fordernder. Und Claire versuchte verzweifelt, weiter von ihm wegzurücken. Was Jake aber zu verhindern wusste!
„Hiergeblieben! Jetzt fängt der Spaß doch erst an. Zumindest für mich!“

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Der Autor dieser Geschichte hat die Regeln für das Veröffentlichen von Geschichten gelesen und akzeptiert. Der Autor garantiert, dass die folgende Geschichte keine der in der Sektion „Verbotene Inhalte“ aufgeführten Themen enthält.

Die folgende Geschichte ist ein fiktives Werk und dient ausschließlich der Unterhaltung. Sie schildert nicht einvernehmliche sexuelle Handlungen zwischen Erwachsenen. Sie ist in keiner Weise als Befürwortung nicht einvernehmlicher sexueller Handlungen im echten Leben zu verstehen. Ähnlichkeiten zwischen den Figuren der Geschichte und realen Personen sind rein zufällig.

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Inhaltsverzeichnis:

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Die Postkutsche
Autor: Blue
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Zur Abwechslung habe ich mich mal mit einem Metier beschäftigt, das man selten findet. Ich habe die Handlung in die Zeit versetzt, als der "Wilde Westen" wirklich noch wild war.
Ich hoffe, dies gefällt euch.
Achtung: die Geschichte ist in sehr viele Kapitel eingeteilt, die aber zügig nacheinander gepostet werden, da die Geschichte bereits fertiggeschrieben ist.

Spoiler: Das letzte Kapitel bietet eine Überraschung...

Eine englische Übersetzung ist in Arbeit und wird gesondert gepostet werden.
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Die Postkutsche

Die Postkutsche

Kapitel 1 – Die Postkutsche
Arizona Territory. Ein Tag wie jeder andere andere im Mai des Jahres 1881. Oder doch nicht?

Die Sonne stand noch relativ tief am Morgenhimmel. Dennoch konnte man bereits erahnen, dass es auch heute wieder ein heißer Frühlingstag werden würde
Eine breite Staubwolke hing über der Main Street von Wickenburg, als die Postkutsche der Gilmer, Salisbury & Co. vor dem dortigen Stationsgebäude zum Stehen kam. Die vier Pferde schnaubten und stampften ungeduldig, während Elias vom Bock sprang.

Der alte Kutscher war ein Mann von etwa sechzig Jahren, mit wettergegerbtem Gesicht und einem kurzen grauen Bart. Unter seinem breitkrempigen Hut lagen wache, graue Augen. Er hatte viele Jahre auf Straßen wie dieser verbracht und wusste als erfahrener Stage Driver, dass eine Reise durch das Arizona Territory selten genauso verlief, wie man sie geplant hatte.
Elias zog seine Taschenuhr aus der Weste und öffnete sie. „7.10 Uhr. Wir sind ausnahmsweise einmal fast pünktlich!“ murmelte er brummig vor sich hin, bevor er laut in Richtung Stationsgebäude rief: „Alle einsteigen. Wir haben noch ein gutes Stück vor uns.“ Dann griff er in die neben ihm auf dem Kutschbock liegende Ledertasche, holte seinen mit Whiskey gefüllten Flachmann hervor und trank einen ordentlichen Schluck zum Aufwärmen. Er war schon einige Stunden unterwegs und hielt einen Schluck Whiskey für eine durchaus angemessene Art, den Morgen zu beginnen. Kaffee würde er erst später beim dann erforderlichen Wechsel der Pferde trinken. An der hierfür vorgesehen Wechselstation konnte er dann auch seinen Hunger stillen und den Flachmann wieder auffüllen.
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U.S. Deputy Marshal Samuel Carter kam als Erster aus dem Stationsgebäude. Mit seinen 40 Jahren hatte er in diesem gefährlichen Beruf ein bereits beträchtliches Alter erreicht.
Carter trug seine Revolver sichtbar am Gürtel und bewegte sich mit der ruhigen Selbstverständlichkeit eines Mannes, der gewohnt war, dass andere auf seine Anweisungen hörten. Über seiner rechten Schulter hing ein offenbar schwerer Reisesack, den er mit Schwung in das Kofferabteil der Kutsche warf.
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Bevor sich die Schwingtüre des Stationsgebäudes hinter ihm schließen konnte, erschien Jake McCoy.
Er trug weder Ketten noch Gefängniskleidung. Auf den ersten Blick hätte man ihn für einen gewöhnlichen jungen Reisenden halten können: dunkle, vom Reiten abgewetzte Cordhose, helles Hemd, schwarze Weste und abgetragene Stiefel. Nur die stählernen Handschellen an seinen Handgelenken verrieten, dass er nicht freiwillig unterwegs war.
Jake war fünfundzwanzig. Und er lächelte.
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„Nach Ihnen“, sagte Carter trocken.

Jake stieg in die Kutsche. Im Inneren saßen bereits zwei Frauen, die an einer früheren Station zugestiegen sein mussten.
Die ältere von ihnen mochte Anfang 40 sein. Ihr Kleid war von guter Qualität, ohne übertrieben vornehm zu wirken, und ihr Auftreten verriet eine gewisse gesellschaftliche Stellung. Sie hatte dunkles Haar, das sorgfältig hochgesteckt war, und trug nur wenig Schmuck.
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Neben ihr saß eine junge Frau. Offenbar ihre Tochter, wenn man die Gesichter der beiden miteinander verglich. Sie trug ein hellblau-graues, fein gemustertes Reisekleid und hielt ein Buch auf dem Schoß. Sie hatte es offenbar während der Wartezeit gelesen und legte nun einen Finger zwischen die Seiten, um die Stelle nicht zu verlieren.
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Jake setzte sich auf den Fensterplatz direkt gegenüber dieser jungen Frau. Diese sah kurz zu ihm auf. Dann senkte sie den Blick wieder auf ihr Buch.

Carter setzte sich direkt neben Jake.
„Wir haben noch ungefähr 12 Stunden vor uns“, sagte der Marschall. „Es wird eine lange Reise werden. Aber wenn du dich benimmst, wird die Reise für alle angenehmer.“

Jake hob seine gefesselten Hände ein wenig. „Ich habe ja wohl kaum eine andere Wahl.“

Carter warf ihm einen bösen Blick zu, antwortete aber nicht auf die offensichtliche Stichelei des jungen Mannes.

Elias kletterte wieder auf den Bock, löste die Bremsen, nahm die Zügel in die Hand und gab den Pferden ein kurzes Kommando. Wenige Augenblicke später setzte sich die Kutsche ruckelnd in Bewegung. Und die Station blieb hinter den Fahrgästen zurück.

Die Straße führte hinaus in eine weite, trockene Landschaft. Staub lag auf den Sträuchern, und in der Ferne zeichneten sich niedrige Hügel gegen den blassen Himmel ab.
Im Inneren der Kutsche herrschte zunächst Schweigen. Niemand hatte es bislang für nötig gehalten, sich vorzustellen.
Jake lehnte sich zurück. Er sah aus dem Fenster. Dann wanderte sein Blick zu der jungen Frau, die wieder in ihrem Buch las.

„Wie heißt du?“, fragte Jake sein weibliches Gegenüber.
Diese sah nur kurz auf. „Claire…“ lautete ihre knappe Antwort. Offensichtlich war sie nicht an einer Unterhaltung interessiert. Und dass sie direkt mit „Du“ angesprochen wurde, missfiel ihr sichtlich!

„Ich bin Jake!“ Eine kurze Pause folgte.

„Was liest du da?“ bohrte Jake nach.

„Ein Buch.“

Jake grinste. „Das sehe ich.“

Claires Mutter warf ihm einen kurzen, aber durchdringenden Blick zu.
„Lassen Sie meine Tochter in Ruhe.“

Jake sah der Frau ins Gesicht. Und begann frech zu grinsen:
„Ich habe doch nur höflich gefragt, Madam.“ antwortete er.

Der Marshal verfolgte die Szene aufmerksam. „Jake!“

„Schon gut.“ Jake lehnte sich zurück.

„Entschuldigen Sie bitte das Verhalten des jungen Mannes. Er hat offenbar noch keine Manieren gelernt!“ Und mit einem vielsagenden Blick auf dessen Handschellen fuhr er fort: „Und er wird wohl auch kaum noch Gelegenheit dazu haben. Ich bin übrigens Deputy U.S. Marshal Samuel Carter. Und soll dafür sorgen, dass wir wohlbehalten in Prescott ankommen.“

Die ihm gegenübersitzende ältere Frau lächelte dem Marshal freundlich zu, ohne Jake weiter zu beachten: „Ich bin Miriam Peacemaker. Ich weiß, der Name klingt merkwürdig, aber mein erst kürzlich verstorbener Mann war Büchsenmacher und Waffenhändler. Und alle nannten ihn nur „Peacemaker“. Irgendwann war es für die Leute dann selbstverständlich, dass auch ich diesen Nachnamen bekam.“

Der Marshal konnte sich ein leichtes Grinsen nicht verkneifen. Immerhin schien die Mutter etwas gesprächiger zu sein als ihre Tochter. Was sich im weiteren Verlauf der langen Reise vielleicht als Vorteil erweisen könnte.

Elias ließ die Pferde in ruhigem Tempo laufen. Einige Minuten später begann die Kutsche gleichmäßiger zu rollen und das eintönige Rumpeln der Räder wirkte fast einschläfernd auf die Fahrgäste.

Niemand ahnte zu diesem Zeitpunkt, dass drei Reiter bereits irgendwo hinter ihnen unterwegs waren.
Drei Männer, die seit Jahren gemeinsam durch das Land zogen.
Und einer von ihnen hatte auffallend hellblaue Augen.
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Blue
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Re: Die Postkutsche

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Kapitel 2 – Der Gefangene

Eine ganze Weile sagte niemand etwas. Das gleichmäßige Rattern der Räder und das gelegentliche Schnauben der Pferde waren die einzigen Geräusche, die in die Kutsche drangen.
Claire hatte ihr Buch wieder aufgeschlagen, doch sie las längst nicht mehr.
Ihr Blick wanderte immer wieder zu dem jungen Mann gegenüber, der für einen Gefangenen ungewöhnlich entspannt dasaß. Fast so, als wären die Handschellen an seinen Handgelenken für ihn nichts weiter als eine lästige Kleinigkeit.
Schließlich konnte Claire ihre Neugier nicht mehr zurückhalten.

„Marshal?“

Carter sah sie an.
„Ja, Madam?“

Sie zögerte kurz. „Warum ist er eigentlich gefesselt?“
Miriam warf ihrer Tochter einen dankbaren Blick zu. Denn auch sie hatte sich diese Frage bereits gestellt.

Carter schwieg einen Moment. Dann sah er zu Jake hinüber.

Der junge Mann grinste. „Jetzt bin ich aber gespannt, was Sie erzählen.“

Carter ignorierte ihn.

„Sein Name ist Jake McCoy. Er wurde vor einigen Tagen festgenommen.“

„Aus welchem Grunde?“, fragte Claire.

Carter antwortete zunächst nicht. Dann sagte er:
„Wegen eines Überfalls.“

Jake lehnte sich zurück. „Das klingt fast so, als wäre ich der einzige Beteiligte gewesen.“

Carter sah ihn scharf an. „Nein- Aber du bist derjenige, den wir erwischt haben.“

Das Grinsen verschwand für einen Augenblick aus Jakes Gesicht.

Carter fuhr fort. „Bei dem Überfall wurden ein Mann und eine Frau getötet.“

Claire blickte erschrocken zu Jake. Und Miriam sagte leise: „Getötet?“

Carter nickte. „Ja.“

Jake sah aus dem Fenster. Zum ersten Mal wirkte er nicht mehr ganz so entspannt.

„Es gibt außerdem noch andere Vorwürfe“, sagte Carter.

Die beiden Frauen sahen ihn fragend an.

Carter zögerte. „Vorwürfe, die schwerer wiegen als ein gewöhnlicher Raubüberfall.“

Claire bemerkte, dass ihre Mutter plötzlich sehr still geworden war.
„Welche Vorwürfe?“, hakte sie nach.

Carter sah kurz zu Jake. „Übergriffe auf Frauen.“

Jake hob langsam den Kopf. „Vorwürfe“, sagte er ruhig.
Carter nickte. „Vorwürfe.“

Für einen Moment herrschte Schweigen. Dann fragte Claire: „Und deshalb bringen Sie ihn nach Prescott?“

„Dort wird über ihn entschieden.“

„Was bedeutet das?“

Carter sah sie ernst an. „Wenn sich die Vorwürfe bestätigen, könnte das Urteil sehr hart ausfallen.“

Jake lachte leise. Es war kein fröhliches Lachen. „Sie lassen aber auch nichts aus, Marshal.“

Carter wandte sich ihm zu. „Du hattest deine Chance.“

Jake erwiderte seinen Blick. „Vielleicht bekomme ich noch eine.“

Carter sagte nichts mehr.

Miriam legte ihrer Tochter vorsichtig eine Hand auf den Arm. Claire verstand die Geste.
Sie sah noch einmal zu Jake.

Der junge Mann hatte sich inzwischen wieder zurückgelehnt. Sein Gesicht war ruhig. Fast freundlich.
Doch etwas an seinem Blick hatte sich verändert.

Und zum ersten Mal fragte sich Claire, ob ihre Mutter vielleicht einen berechtigten Grund hatte, warum sie diesem Mann gegenüber so misstrauisch war.
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Blue
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Re: Die Postkutsche

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Kapitel 3 – Die drei Reiter

Die Sonne stand inzwischen deutlich höher und die über dem Land liegende Hitze hatte schnell zugenommen.

Weit hinter der Postkutsche hing plötzlich eine breite Staubfahne über dem Weg, die von keinem der Insassen der Kutsche bemerkt wurde. In einiger Entfernung folgten drei Reiter. Ihre Pferde gingen in ruhigem, gleichmäßigem Tempo. Keiner der Männer schien es besonders eilig zu haben.

Der Mann an der Spitze saß aufrecht im Sattel. Sein dunkler, langer Duster bewegte sich bei jedem Schritt seines schwarzen Hengstes leicht im Wind. Der breitkrempige Hut war tief ins Gesicht gezogen. Nur manchmal fiel das Licht so auf seine Augen, dass die ungewöhnlich helle, fast blaue Farbe ihrer Iris sichtbar wurde.

Blue.
So nannten ihn die anderen.
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Er hatte den Namen schon vor langer Zeit bekommen und nie einen Grund gesehen, ihn zu ändern.

Einige Meter hinter ihm ritt Caleb, ein kräftig gebauter Mann. Er war vielleicht Anfang dreißig, wettergegerbt und wortkarg. Sein dunkler Mantel war kürzer als der von Blue, und sein Blick wanderte immer wieder aufmerksam über die Umgebung.
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Direkt neben ihm ritt Silas.
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Der Älteste der drei war schon beinahe so alt wie der Kutscher. Sein Kopf war fast vollständig kahl, eine breite Narbe zog sich über die rechte Seite seines Gesichts. Während er ritt, kaute er ständig langsam auf einem Stück Tabak herum.
Silas spuckte zur Seite. „Wir verlieren Zeit.“

Blue antwortete nicht. Sein Blick blieb auf der Staubfahne vor ihnen geheftet. Die Postkutsche war weit entfernt, doch sie war deutlich zu erkennen.

Caleb sah ebenfalls nach vorn. „Sie fährt ziemlich schnell.“

„Noch“, sagte Blue.

Silas grinste. „Wenn wir so langsam weiterreiten, ist sie bald außer Reichweite.“

Blue hob eine Hand.

Die beiden anderen verstummten.

Er ließ sein Pferd etwas langsamer werden und zog die Uhr aus der Westentasche. Ein kurzer Blick genügte. Dann steckte er sie wieder ein.
„Wir haben genug Zeit.“

Caleb hob eine Augenbraue.
„Für was?“

Blue sah ihn an. Ein kaum merkliches Lächeln erschien auf seinem Gesicht. „Für alles.“

Silas schüttelte den Kopf. „Du könntest auch einfach sagen, was du vorhast.“

„Könnte ich.“

„Und?“

„Ich tue es nicht.“

Caleb verzog kurz den Mund. Es sah fast wie ein Lächeln aus. Denn Caleb kannte Blue lange genug, um zu wissen, dass dieser einen Plan hatte.
Sie ritten weiter.

Eine Weile hörte man nur die Hufe der Pferde und das leise Knarren des Leders der Sättel. Dann zeigte Silas nach vorn. „Da!“

Blue hatte es längst gesehen.
Die Postkutsche war inzwischen langsamer geworden und deutlicher zu erkennen. Vier Räder, vier Pferde und der dunkle Punkt des Fahrers auf dem Bock. Und die Pferde waren offensichtlich müde.
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Caleb richtete sich etwas im Sattel auf. „Wir kommen näher!“

Blue nickte. „Ja.“

„Und wenn sie wieder schneller wird, bevor wir sie erreichen?“

Blue ließ den Blick auf der Kutsche ruhen. „Dann holen wir sie trotzdem ein.“

Silas spuckte erneut in den Staub. „Und wenn sie anhält und sie uns bemerken?“

Blue wandte den Kopf zu ihm. „Sie wird anhalten. Es ist gleich Zeit für den Pferdewechsel. Und dann warten wir auf sie.“

Silas grinste wieder. „Du machst es gern kompliziert.“

„Nein“, sagte Blue trocken. „Ich mache es nur gerne sicher.“

Die drei Männer ritten nun etwas abseits des Weges weiter. Aus dieser Entfernung konnte niemand in der Kutsche sie sehen.
Blue zog den Hut etwas tiefer. Seine hellblauen Augen blieben weiter auf die Kutsche gerichtet. „Wir warten noch.“

Keiner widersprach.

Vor ihnen kroch die Postkutsche nun langsam bergauf durch das trockene Land.
Und noch ahnte niemand darin, dass ihre Reise bereits beobachtet wurde.

Blue lächelte kaum merklich. „Da ist sie.“ Blue deutete auf die kleine Poststation auf der Anhöhe. In ihrer Koppel standen mehrere Pferde.
Last edited by Blue on Sat Oct 03, 2026 6:02 pm, edited 4 times in total.
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Blue
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Re: Die Postkutsche

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Kapitel 4 – Pferdewechsel

Die Postkutsche rumpelte weiter über den trockenen Weg. Auch Elias hatte die immer näherkommende Poststation längst bemerkt. Ja, sie lagen gut in der Zeit. Und es war dringend Zeit für eine Pause. Die Reisenden konnten sich etwas frisch machen und ihren Bedürfnissen nachgehen, während der Pferdebursche der Station in der Zwischenzeit dafür sorgen würde, dass die Kutsche nach dem Halt wieder mit frischen Pferden weiterfahren konnte. Die Company sorgte für ihre Kutschen. Und die Fahrgäste.

Im Inneren der Kutsche hatte sich die Stimmung inzwischen etwas gelockert. Die erste Anspannung war verflogen, und auch Miriam hatte sich daran gewöhnt, dass Jake McCoy offenbar nicht die Absicht hatte, die ganze Fahrt über schweigend vor sich hinzustarren.

Jake selbst schien die Fesseln inzwischen kaum noch zu beachten. Er saß halb zurückgelehnt auf der Bank und betrachtete abwechselnd die anderen Passagiere und die Landschaft draußen. Immer wieder schob er den Vorhang ein Stück zur Seite.

Claire hatte ihr Buch inzwischen wieder aufgeschlagen.

„Sie lesen immer noch?“, fragte Jake.

„Was sollte ich sonst tun?“

„Mit mir reden.“

Claire sah über den Rand ihres Buches. „Sie reden bereits genug für zwei.“

Jake grinste. „Das ist ein Kompliment.“

„War es nicht.“

„Schade.“

Miriam musste unwillkürlich lächeln.

Carter bemerkte es. „Sie sollten ihn nicht ermutigen.“

„Ich habe nichts getan, Marshal.“

„Das weiß ich.“

Jake hob die gefesselten Hände. „Außerdem habe ich einen gewissen Nachteil.“

Carter sah auf die Handschellen. „Welchen?“

„Ich kann mich nicht einmal vernünftig verteidigen, wenn die Damen mich beleidigen.“

Claire senkte ihr Buch. „Sie können sich also verteidigen?“

Jake grinste. „Sehr gut sogar.“

„Das glaube ich sofort“, sagte Carter trocken.

Jake sah ihn an. „Sie wirken heute beinahe freundlich, Marshal.“

„Warten Sie ab.“

„Das habe ich vor.“ Jake lachte leise.
Dann schob er erneut den Vorhang zurück.

Diesmal blieb er länger so sitzen. Sein Blick ging über die Landschaft hinter der Kutsche.
Nichts. Nur Staub. Doch vor ihnen tauchte nun endgültig die kleine Poststation auf.
Jake ließ den Vorhang wieder fallen.
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Etwa eine halbe Meile abseits des Weges ritten die drei Männer langsam weiter. Die Postkutsche war inzwischen deutlich vor ihnen. Doch Blue hatte seine Geschwindigkeit dennoch verringert.

Caleb sah zu ihm hinüber.


„Warum bleiben wir zurück?“
Blue antwortete zunächst nicht. Er blickte zur Straße. Dann zur Kutsche.
Dann wieder nach vorn. Und zeigte auf die Station.
„Später …“ war sein einziger Kommentar.
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Elias war dann auch der erste, der dem Pferdeburschen seine Kutsche anvertraute, anschließend hinter der Station verschwand, bevor er sich kurz danach ins Gebäude verzog. Um einen ordentlichen Kaffee zu trinken. Und um seinen inzwischen leeren Flachmann aufzufüllen.

Auch die Fahrgäste stiegen aus der Kutsche aus.

„Ladies first!“ Grinsend zeigte Jake mit seinen gefesselten Händen auf die Büsche hinter der Station. Was ihm einen deutlichen Rüffel seitens des Marshals einbrachte.

Später saßen alle Beteiligten in der Station. Elias unterhielt sich angeregt mit dem Postmaster der Station. Die beiden Damen hatten an einem kleinen Tisch am Fenster des Aufenthaltsraumes Platz genommen. Während Miriam den starken Kaffee genoss, hatte sich Claire mit einem Glas Limonade begnügt. Und Jake saß mit dem Marshal in der dunkelsten Ecke des Raumes. Beide schienen vor sich hinzugrübeln, während sie schweigend ihren Kaffee tranken und auf der trockenen Brotzeit herumkauten, die ihnen der Postmaster vorgesetzt hatte.

Hinter der Anhöhe behielt Blue die Kutsche weiter im Auge. Caleb und Silas waren inzwischen ebenfalls hinter Büschen verschwunden. Noch waren sie für niemanden zu sehen.
Wenig später waren die neuen Pferde vor die Kutsche gespannt. Elias kletterte wieder auf den Bock, nahm die Zügel auf und gab ein kurzes Kommando. Dann setzte sich die Kutsche wieder in Bewegung.
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Blue
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Re: Die Postkutsche

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Kapitel 5 – Die erste Begegnung

Zwei Stunden später…

Elias brachte die Kutsche langsam zum Stehen. Die Pferde schnaubten, als er sie vor den ersten Bäumen eines kleinen Wäldchens anhielt. Das Laub spendete ein wenig Schatten, und zwischen den Stämmen war der Boden deutlich weniger staubig als auf dem offenen Weg.

„Eine kurze Pause. Die Pferde können verschnaufen und Ihr euch die Beine vertreten.“

Carter öffnete die Tür. „Bleiben Sie hier“, sagte er zu Jake.

Jake sah ihn mit gespielter Verwunderung an. „Ich hatte eigentlich vor, auch einen kleinen Spaziergang zu machen.“

„Nicht ohne mich.“

„Schade.“
Carter stieg aus.

Jake wartete, bis der Marshal einige Schritte entfernt war. Dann stieg auch er aus und folgte ihm langsam. Die Handschellen klirrten leise.
Carter ließ ihn gewähren. Und Miriam und Claire blieben zunächst in der Kutsche.

„Das ist ein ungewöhnlicher Gefangener“, sagte Miriam leise.

Claire blickte durch das geöffnete Fenster. „Er scheint jedenfalls keine Angst zu haben.“

„Das ist mir auch aufgefallen.“

Von draußen ertönte plötzlich das Geräusch von Hufen.

Carter drehte sich um. Drei Reiter kamen den Weg entlang. Sie waren noch etwa hundert Meter entfernt.

Der Marshal richtete sich auf. Seine rechte Hand ging nicht zum Revolver, blieb aber in dessen Nähe.

Die drei Männer ritten langsam näher. Der vorderste trug einen langen dunklen Duster und einen breitkrempigen Hut. Als er näherkam, konnte Carter seine ungewöhnlich blauen Augen erkennen.

Hinter ihm ritten zwei weitere Männer.
Der eine war kräftig gebaut und trug ebenfalls einen dunklen Mantel. Der andere war deutlich älter, fast kahl und hatte eine auffällige Narbe im Gesicht.
Carter musterte sie aufmerksam. Dann bemerkte er die Waffen. Alle drei trugen Revolver.

Der ältere Mann hatte zusätzlich ein Gewehr quer über dem Sattel liegen, während die Winchesters der anderen in den Sattelhüllen blieben.
Carter ließ den Blick einen Augenblick länger auf den Waffen ruhen.

Der vorderste Reiter bemerkte es. Er lächelte.
„Guten Nachmittag, Marshal.“

Carter erwiderte den Gruß. „Guten Nachmittag.“

Blue hielt sein Pferd einige Schritte vor der Kutsche an. „Schöner Platz für eine Pause.“

„Das ist er“, sagte Carter.

Blue ließ den Blick kurz über die Kutsche wandern. „Probleme mit den Pferden?“

„Nein.“

„Dann hatten Sie wohl einen anderen Grund.“
Carter sah ihn an. „Der Gefangene musste sich erleichtern.“

Blue hob leicht die Augenbrauen. Sein Blick fiel nun etwas länger auf den jungen Mann und dessen Handschellen.

Jake hatte sich inzwischen in die Büsche verzogen, ohne die drei Reiter weiter zu beachten.
Blue sah kurz in seine Richtung. Nur einen Augenblick. Dann wandte er sich wieder Carter zu.

Auch Miriam war inzwischen aus der Kutsche gestiegen. Claire folgte ihr.
„Ist alles in Ordnung?“, fragte Miriam.

Carter nickte. „Drei Reisende.“

Blue nahm den Hut ab.

„Blue.“
Er deutete kurz auf seine Begleiter.
„Die beiden Herren reisen mit mir.“
Der kräftige Mann nickte nur. Der ältere Mann kaute weiter auf seinem Tabak.

Miriam erwiderte den Gruß. „Miriam.“ Dann zeigte sie auf ihre Tochter.
„Claire. Meine Tochter.“

Blue lächelte höflich. „Sehr erfreut.“

Claire betrachtete die Pferde der Männer. „Sind das Ihre eigenen?“

„Ja.“

„Sie sehen schnell und kräftig aus.“

„Das sind sie.“

Blue strich über die Mähne seines Pferdes. „Sie müssen einiges aushalten.“

Claire lächelte. „Das glaube ich.“

Silas schob den Tabak von einer Backe in die andere. „Die Dame kennt sich mit Pferden aus?“

Claire schüttelte den Kopf. „Nicht besonders.“

„Dann sind Sie den Tieren vermutlich lieber als den Menschen.“

Miriam warf ihm einen kurzen Blick zu.
Claire schien den Ton nicht ganz einordnen zu können.

Blue sah Silas an. Nur kurz. Dann schwieg Silas.

Carter hatte die kleine Szene genau beobachtet. Sein Blick wanderte erneut zu den Waffen.

Blue bemerkte es wieder. „Stimmt etwas nicht, Marshal?“

„Nein, alles in Ordnung.“ Carter ließ eine kurze Pause. „Ich sehe mir nur gern an, mit wem ich es zu tun habe.“

Blue lächelte. „Eine vernünftige Angewohnheit.“

Carter sah ihm direkt in diese merkwürdig blauen Augen. „Das finde ich auch.“

Für einen Moment sagte niemand etwas. Dann kam Jake langsam aus dem Schatten der Bäume zurück. Er blieb stehen. Dieses Mal fiel sein Blick direkt auf die drei Reiter.
Sein Gesicht veränderte sich. Nur ganz kurz. Dann setzte er wieder sein gewohntes Lächeln auf.

Blue sah ihn an. Diesmal etwas länger. Doch auch er sagte nichts.

Elias saß noch immer auf dem Bock und beobachtete die Szene von oben. „Wollen Sie drei weiter nach Norden?“, fragte er schließlich.

Blue setzte seinen Hut wieder auf. „Vielleicht.“

„Vielleicht?“

„Wir entscheiden das unterwegs.“

Claire musste lächeln.
„Das klingt, als hätten Sie keinen besonders festen Reiseplan.“

Blue sah sie an. „Die besten Pläne sind manchmal die, die man erst unterwegs macht.“

Jake lachte leise.

Carter wandte sich zu ihm um. „Was gibt es zu lachen?“

Jake hob die gefesselten Hände. „Nichts, Sheriff.“

Blue sah noch einmal zur Kutsche. Dann zu Jake. Und zuletzt zu Carter.
„Wir sollten weiter.“ Er gab seinem Pferd leicht die Sporen.

Die beiden anderen folgten. Nach wenigen Sekunden waren die drei Reiter wieder auf dem Weg.

Carter blieb stehen und sah ihnen nach. Erst als sie sich entfernt hatten, wandte er sich zu Jake. „Kennen Sie die Männer?“

Jake sah ihn unschuldig an. „Nein.“

Carter musterte ihn.

Jake lächelte.
„Warum fragen Sie?“
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Re: Die Postkutsche

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Kapitel 6 – Ein anderer Weg

Die drei Reiter waren inzwischen außer Sichtweite.

Carter stand noch immer neben der Kutsche und blickte ihnen nach, während Jake sich wieder gegenüber Claire auf die Bank gesetzt hatte. Seine mit den Handschellen gefesselten Hände lagen locker auf seinen Knien.

Claire warf ihm einen Blick zu. „Sie kannten sie wirklich nicht?“

Jake zog die Augenbrauen hoch und sah sie an. „Wen?“

„Die drei Männer.“


„Nein.“
Carter stieg wieder in die Kutsche. „Dann haben wir das ja auch geklärt.“
Jake lächelte. „Offenbar.“
Der Marschall setzte sich direkt neben ihn. „Und jetzt bleiben Sie endlich ruhig sitzen.“
„Das hatte ich ohnehin vor.“

Elias wartete noch einen Augenblick, bis Miriam und Claire ebenfalls wieder eingestiegen waren. Dann zog er die Zügel an.
Die Pferde setzten sich in Bewegung. Die Kutsche rumpelte langsam aus dem Wäldchen.

Jake zog den Vorhang zurück und sah zum Fenster hinaus. Der Weg war leer. Keine Reiter. Kein Staub.
Er ließ den Stoff los. Aber Carter hatte ihn genau beobachtet.

„Sie interessieren sich ziemlich für die Gegend hier.“

Jake zuckte mit den Schultern. „Ich habe viel Zeit.“

„Das ist eine Sache, die Gefangene gewöhnlich haben.“

Jake grinste. „Aber ich bin ja offensichtlich in guter Gesellschaft!“

Claire schüttelte den Kopf. „Sie machen sich über alles lustig.“

„Nicht über alles.“

„Über was nicht?“

Jake überlegte kurz. „Über Dinge, die gefährlich sind, mache ich mich nicht lustig.“

Carter sah ihn aufmerksam an. „Das ist vermutlich das Vernünftigste, was Sie heute gesagt haben.“

Jake lehnte sich zurück. „Manchmal überrasche ich mich selbst.“

Miriam lächelte. „Sie sind ein merkwürdiger Mensch, Mr. McCoy.“
Jake sah sie an. Für einen Moment war sein Gesicht ernst. „Das hat man mir schon einmal gesagt.“ Dann wandte er den Blick wieder zum Fenster.

Die Landschaft zog langsam vorbei.
Doch weit vor ihnen, ritten die drei Männer weiter.

Blue hatte den direkten Weg verlassen. Dann zügelte er sein Pferd.

Caleb bemerkte es zuerst. „Wir reiten nicht mehr vor der Kutsche her.“

„Nein.“

„Warum?“

Blue antwortete nicht.

Silas kaute auf seinem Tabak und sah zwischen den beiden hin und her. „Ich dachte, wir hätten es eilig.“

Blue lächelte. „Haben wir nicht.“

„Du hast doch gesagt, wir müssten bald handeln.“

„Das habe ich.“

„Und jetzt reiten wir in die falsche Richtung.“

Blue sah ihn an. „Falsch?“
Silas deutete auf den Weg, den Elias eingeschlagen hatte. „Die Kutsche fährt dort.“

„Das weiß ich.“
„Und wir bummeln hier herum!“
„Das weiß ich ebenfalls.“
Silas schnaubte.

Caleb sagte nichts mehr. Er kannte Blue lange genug, um zu wissen, dass weitere Fragen nichts bringen würden.

Nach einigen Minuten erreichten sie eine kleine Anhöhe. Blue hielt an.

Von hier oben konnte man weit über das Land sehen. Die Postkutsche war nicht mehr zu erkennen.

Blue stieg aus dem Sattel. Er nahm den Hut ab und wischte sich mit einem Taschentuch über die Stirn, während Silas ungeduldig sitzen blieb.

„Was machen wir hier?“

Blue sah über die Ebene. „Warten.“

„Worauf?“

Blue setzte den Hut wieder auf. „Auf später.“

Silas starrte ihn an. „Später?“

Blue lächelte. „Vielleicht.“ Dann stieg er wieder auf.

Caleb sah ihn von der Seite an. „Du hast einen Plan.“
Blue blickte ihn an. „Natürlich.“
„Und wann erfahren wir davon?“
„Wenn ich ihn kenne.“ Dann gab Blue seinem Pferd die Sporen und lenkte es erneut in Richtung des Weges, dem die Kutsche nach Prescott folgen musste.

Die beiden anderen sahen sich kurz an. Dann folgten sie ihm.

Die Sonne stand inzwischen deutlich tiefer am Himmel, und die Schatten wurden langsam wieder länger. Und irgendwo vor ihnen fuhr die Postkutsche weiter nach Prescott.
Jake McCoy saß darin und blickte ein letztes Mal durch den Vorhang nach draußen.
Er lächelte. Aber niemand bemerkte es.
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Blue
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Re: Die Postkutsche

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Kapitel 7 – Die Panne

Das erste Geräusch war kaum mehr als ein leises Klackern. Elias hörte es, ohne zunächst darauf zu reagieren. Die Pferde liefen ruhig und die Kutsche rollte gleichmäßig über den staubigen Weg.
Dann kam das Geräusch wieder.
Klack.

Elias zog leicht an den Zügeln.
„Na, was ist denn das?“
Er drehte den Kopf und sah über seine Schulter. Das rechte Hinterrad lief nicht mehr sauber. Es schien leicht zu eiern.

„Verdammt.“
Er wollte die Pferde gerade langsamer werden lassen. Dann ertönte ein lautes Knacken. Das Rad brach aus der Führung und schlug mit einem trockenen, metallischen Geräusch auf den Boden.
Die Kutsche sackte auf der rechten Seite ab.

Miriam und Claire wurden gegen die Seitenwand geschleudert. Carter griff nach dem Türrahmen, während Jake mit den gefesselten Händen versuchte, sein Gleichgewicht zu halten.
Elias fluchte und zog mit beiden Händen an den Zügeln. Die Pferde erschraken und machten einen Satz zur Seite.
„Ruhig! Ruhig!“
Nach einigen bangen Sekunden standen die Pferde endlich. Die Kutsche hingegen stand schief auf dem Weg.

Der Marshal schaute sich in der Kutsche um. „Alle in Ordnung?“

Miriam richtete sich auf. „Ich glaube schon.“
Claire hielt sich noch immer am Sitz fest. „Was ist passiert?“

„Ein Rad“, sagte Carter.

Auch Jake hatte sich inzwischen wieder aufgerichtet. Er sah zunächst zu Carter, dann aus der Tür. Sein Gesicht war ungewöhnlich ernst.

Elias sprang vom Bock. „Bleibt sitzen!“
Er ging um die Kutsche herum und blieb neben dem beschädigten Rad stehen.
„Verdammt noch mal.“

Carter stieg aus.
„Wie schlimm?“

Elias ging in die Hocke.
Das Rad lag ein Stück neben der Kutsche im Staub. Die Nabe war gebrochen, Teile der Befestigung hatten sich gelöst.

Elias nahm das Rad hoch und untersuchte es.
„Damit fahren wir keinen Schritt mehr.“

„Kann man es reparieren?“

Elias schüttelte langsam den Kopf.
„Nicht hier.“
Er zeigte auf die Nabe.
„Das ist nicht einfach nur eine lose Schraube. Das Ding ist gebrochen.“

Carter ging ebenfalls in die Hocke. „Hast du so etwas schon einmal gesehen?“

„Natürlich.“
Elias richtete sich wieder auf. „Aber nicht unterwegs ohne Ersatzrad.“

Er sah zur Kutsche. „Wir müssen erst einmal sehen, ob wir überhaupt noch weiterkommen.“
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Miriam und Claire stiegen vorsichtig aus. Claire blickte auf das beschädigte Rad. „Wie lange wird das dauern?“

Elias verzog das Gesicht. „Wenn wir Glück haben, ein paar Stunden.“

Carter sah ihn an. „Und wenn wir kein Glück haben?“

Elias sah über die offene Landschaft. „Dann länger.“

Jake war inzwischen ebenfalls ausgestiegen. Carter hatte ihn dabei nicht aus den Augen gelassen.
Der junge Mann blieb neben der Kutsche stehen und betrachtete das zerbrochene Rad. „Pech“, sagte er.

Carter sah ihn an. „Sieht so aus.“

Jake zuckte mit den Schultern. „Kommt vor.“

Miriam blickte den Weg hinauf. Nichts war zu sehen. Keine weitere Kutsche. Keine Reiter. Nur Staub und flimmernde Hitze.

Elias ging zum Wagen und öffnete eine der hinteren Klappen. „Ich sehe nach, was wir an Werkzeug und Material dabeihaben.“

Carter nickte. „Gut.“

Claire sah zu ihrer Mutter. „Dann sitzen wir wohl erst einmal fest.“
„Sieht ganz danach aus.“

Jake lächelte plötzlich. „Man könnte es auch als unfreiwillige Rast betrachten.“

Claire sah ihn an. „Sie finden wirklich für alles einen positiven Ausdruck.“

„Das ist eine meiner wenigen guten Eigenschaften.“

Carter schnaubte. „Wenn Sie überhaupt welche haben.“

Jake grinste. „Jetzt verletzen Sie meine Gefühle, Marshal.“

Während die anderen mit der Panne beschäftigt waren, lag der Weg hinter ihnen vollkommen leer.
Die drei Reiter, die ihnen zuvor gefolgt waren, waren längst verschwunden. Zumindest für den Augenblick.
Und niemand bei der Kutsche ahnte, dass die nächste Begegnung mit ihnen vielleicht schon näher war, als es schien.
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Re: Die Postkutsche

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Kapitel 8 – Die unfreiwillige Rast

Elias kniete noch immer neben dem beschädigten Rad. Carter stand neben ihm und betrachtete die Bruchstelle.

„Das gefällt mir nicht“, sagte Elias.

„Warum?“
Der alte Kutscher deutete auf die Nabe. „Sie ist nicht einfach gebrochen. Schau dir das an.“

Carter beugte sich hinunter. „Was meinst du?“

„Die Verbindung hat sich gelöst, bevor das Holz endgültig nachgegeben hat.“

Carter strich mit dem Finger über das beschädigte Metall. „Kannst du es reparieren?“

„Nicht hier. Mein Werkzeug reicht dafür nicht aus.“
Die beiden Männer waren so mit dem Schaden beschäftigt, dass sie die Unterhaltung hinter der Kutsche zunächst kaum beachteten.

Miriam hatte sich etwas abseits auf einen flachen Stein gesetzt. Claire stand neben der Kutsche und hielt ihr Buch in der Hand.

Jake lehnte an der Seitenwand.
„Sie haben mich vorhin ziemlich schnell abgeurteilt.“

Claire sah ihn an. „Habe ich das?“

„Sie sagten, ich sei unmöglich.“

„Das war keine Verurteilung. Das war eine Feststellung.“

Jake grinste. „Dann bin ich beruhigt.“

Claire wandte sich wieder ihrem Buch zu.
„Sie sollten sich lieber Gedanken darüber machen, was der Marshal mit Ihnen macht, wenn die Kutsche wieder repariert ist.“

„Das weiß ich.“

„Und?“

„Ich werde weiter nach Prescott gefahren.“

Claire hob den Blick. „Das meinte ich nicht.“

Jake sah sie einen Augenblick an. „Ich weiß.“
Claire schüttelte den Kopf. „Sie sind wirklich ein merkwürdiger Mensch.“

„Das sagten Sie schon.“

„Dann scheint es ja zu stimmen.“

Jake trat einen halben Schritt näher. „Vielleicht haben Sie einfach noch nicht genug Zeit mit mir verbracht.“

Claire sah ihn über den Rand ihres Buches hinweg an. „Das lässt sich vermutlich vermeiden.“

„Schade.“

„Warum?“

Jake lächelte. „Sie sind interessanter als die meisten Menschen, die mir bisher begegnet sind.“

Claire wurde für einen Moment still. „Sie kennen mich doch überhaupt nicht.“

„Das lässt sich ändern.“

„Sie sitzen gefesselt in einer kaputten Postkutsche.“

Jake blickte auf seine Hände. „Ein kleiner Nachteil.“

Claire musste ungewollt lächeln.

Jake bemerkte es sofort. „Da.“

„Was?“

„Sie haben gelächelt.“

„Nur über Ihre Dummheit.“

„Auch das ist ein Anfang.“

Claire schloss ihr Buch. „Sie geben wirklich nicht auf.“

„Nicht, wenn sich etwas lohnt.“
Für einen Moment sahen sie einander an. Dann hörte Claire Elias rufen:

„Marshal! Komm noch einmal her. Ich will dir etwas zeigen.“
Carter richtete sich auf und ging zum Kutscher.

Claire sah Jake an. „Sie haben Glück.“

„Womit?“
„Dass der Marshal gerade beschäftigt ist.“

Jake grinste. „Das habe ich auch schon bemerkt.“
Miriam, die die letzten Sätze mitbekommen hatte, warf ihrer Tochter einen kurzen Blick zu. Und Claire erwiderte ihn mit einem unschuldigen Lächeln.

Jake dagegen sah wieder hinaus auf den leeren Weg. Sein eigenes Lächeln war verschwunden.
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Blue
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Re: Die Postkutsche

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Kapitel 9 – Die drei Reiter

Elias schloss die Werkzeugkiste, die er neben das beschädigte Rad gestellt hatte, wieder. Carter kniete noch immer bei ihm.
„So etwas passiert nicht einfach so“, sagte der alte Kutscher.

Carter sah ihn an. „Was meinst du damit?“

Elias deutete auf die Nabe.
„Ich meine, dass ich so einen Bruch schon oft gesehen habe. Aber normalerweise kündigt er sich vorher an. Das Rad läuft schlecht, macht Geräusche. Man merkt es.“

„Und diesmal?“

Elias schüttelte den Kopf. „Diesmal ging es ziemlich plötzlich.“
Carter richtete sich auf. Sein Blick wanderte über den Weg zurück, den sie gekommen waren.
Leer. Nur die Spuren der Kutsche zogen sich durch den Staub.
„Vielleicht einfach Pech.“

„Vielleicht.“ Elias klang nicht überzeugt.

Hinter ihnen hörte man Claire lachen.

Carter drehte sich um. Und dann sah er es: Drei Reiter kamen langsam den Weg entlang.

Der vorderste trug den langen dunklen Duster. Neben ihm ritt der kräftige, wortkarge Mann. Etwas weiter zurück kam der Glatzkopf mit dem Narbengesicht.

Carter richtete sich auf. „Die schon wieder.“

Elias sah ebenfalls hinüber. „Offenbar bekommen wir Gesellschaft.“

Miriam war inzwischen aufgestanden. „Sind das die Männer von vorhin?“

„Ja“, sagte Carter.

Jake stand neben der Kutsche und blickte ebenfalls zum Weg. Sein Gesicht blieb vollkommen ruhig.

Die drei Reiter kamen näher.
Blue hob kurz die Hand zum Gruß. „Eine Panne?“

Carter trat ein paar Schritte auf ihn zu. „Sieht so aus.“

Blue sah zur Kutsche. „Das sieht nicht gut aus.“

„Ist es auch nicht.“

Blue stieg nicht ab.
„Wir haben gesehen, dass etwas nicht stimmt, und wollten nachsehen, ob Sie Hilfe brauchen.“

Carter musterte ihn. „Wir kommen schon zurecht.“

Blue lächelte. „Natürlich.“

Caleb sah zu Elias. „Wie weit ist es noch bis Prescott?“

Elias wischte sich die Hände an einem Tuch ab. „Ein gutes Stück.“

„Gibt es vorher noch eine Station?“

Elias überlegte. „Nicht direkt an dieser Straße.“

Caleb sah in Richtung Westen. „Eine Farm vielleicht? Irgendwo zwischen hier und Prescott?“

Elias nickte langsam. „Ein paar Meilen weiter westlich gibt es eine Ranch. Wenn sie noch bewohnt ist.“

„Und eine Station?“

„Die nächste richtige Station liegt weiter östlich. Auf einer anderen Route.“

Caleb nickte. „Verstehe.“

Carter beobachtete ihn aufmerksam. „Warum fragen Sie?“

„Weil wir selbst weiter nach Prescott müssen.“

„Dann sollten Sie sich beeilen.“

Caleb zuckte mit den Schultern. „Wir haben Zeit.“

Blue warf ihm einen kurzen Blick zu. Nur einen Augenblick. Dann wandte er sich wieder Carter zu.
„Wenn Sie möchten, können wir jemanden zur Ranch schicken. Vielleicht haben sie dort Werkzeug oder Ersatzteile.“

Carter überlegte. „Wie weit ist sie entfernt?“

Elias nickte. „Wenn sie die meinen, die ich kenne, sind es ungefähr drei Meilen.“

Blue hob zustimmend den Kopf. „Dann könnten wir dort nachfragen.“

Carter sah zu den drei Männern. Dann zur Kutsche. Dann wieder zu Blue.
„Das wäre freundlich.“

Blue lächelte. „Man hilft sich unterwegs.“

Silas hatte bisher kein Wort gesagt. Jetzt spuckte er lautlos in den Staub. Sein Blick wanderte kurz zur beschädigten Kutsche. Nur kurz. Dann sah er wieder auf.
Blue bemerkte den Blick.
Carter nicht. Jake dagegen schon.
Für den Bruchteil einer Sekunde trafen sich seine Augen mit denen des älteren Mannes.
Silas verzog keine Miene. Jake ebenfalls nicht. Dann wandte Jake den Blick ab.

Blue schob die Krempe seinen Hut etwas höher. „Wir können vorausreiten und nachfragen.“

Carter nickte. „Das wäre hilfreich.“

„Gut.“

Blue gab seinem Pferd einen leichten Impuls. Die beiden anderen folgten ihm. Nach wenigen Sekunden waren sie wieder ein Stück entfernt.

Carter sah ihnen nach. „Merkwürdige Männer.“

Elias nickte. „Das dachte ich auch.“

Jake lehnte noch immer an der Kutsche. „Vielleicht sind sie einfach hilfsbereit.“

Carter drehte sich zu ihm um. „Seit wann verteidigen Sie Fremde?“
Jake grinste. „Ich verteidige niemanden, Marshal.“ Dann sah er in die Richtung, in der die drei Reiter verschwunden waren.
„Ich habe nur gesagt, dass sie vielleicht hilfsbereit sind.“

Carter musterte ihn misstrauisch.

Jake lächelte. Doch diesmal sagte er nichts mehr.
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Re: Die Postkutsche

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Kapitel 10 – Im Verborgenen

Die drei Reiter hatten die Kutsche längst hinter sich gelassen.
Nach einer Weile bog Blue von der Straße ab und führte die beiden anderen zwischen niedrige Felsen. Dahinter lag eine flache Senke, die von der Straße aus nicht zu sehen war.
„Hier bleiben wir erst einmal“, sagte er.

Sie stiegen ab. Die Pferde wurden abgesattelt und ein wenig abseits angebunden. Ein kleines Feuer wurde angezündet, kaum größer als nötig, um Kaffee zu kochen.

Silas setzte sich auf einen flachen Stein und kaute wieder auf seinem Tabak herum. „Wir hätten Jake auch gleich mitnehmen können.“

Blue schenkte sich Kaffee ein. „Nein.“

„Der Marshal war allein.“

„Er war bewaffnet.“

Silas grinste. „Wir auch.“

Caleb saß schweigend am Feuer. Blue sah ihn kurz an.

„Und außerdem waren da die Frauen.“ Silas lachte leise.
„Du bist vorsichtig geworden.“

„Ich bin immer vorsichtig.“

Silas nahm einen Schluck Kaffee. „Früher warst du das nicht.“

Blue lächelte. „Früher war ich jünger.“

Eine Weile sagte niemand etwas. Dann deutete Silas mit dem Kinn in Richtung Straße.
„Erinnerst du dich an die Station bei Red Rock?“

Caleb hob den Kopf. „Welche?“

„Die mit dem fetten Stationsmann.“
Blue verzog kaum merklich den Mund. „Das ist lange her.“

„Sieben Jahre vielleicht.“ Silas grinste.

„Der Mann hatte eine Schrotflinte unter dem Tisch. Er glaubte, wir hätten sie nicht gesehen.“

„Hattest du sie denn gesehen?“, fragte Caleb.

„Natürlich.“


„Und was hast du gemacht?“
Silas sah ihn an, als wäre die Frage überflüssig. „Ich habe gewartet, bis er sie hervorholen wollte.“ Er grinste. „Dann war es zu spät für ihn.“

Caleb schwieg wieder.

Blue trank seinen Kaffee. „Du erzählst die Geschichte jedes Mal anders.“

„Weil sie von Mal zu Mal besser wird.“

Blue schüttelte den Kopf.

Silas lachte.

Blue wies ihn zurecht: „Du warst damals nicht besser!“

„Nein?“

„Du hast den Mann kaltblütig umgebracht!“ Blue sah ihn ruhig an.

„Er wollte mich erschießen“, erwiderte Silas.

„Und du hast schneller gezogen?“

„Ja.“ Silas lehnte sich zurück. „Das waren noch Zeiten.“
Sein Blick wanderte wieder zur Straße. „Heute sollen wir vorsichtiger sein? Warum?“

Blue folgte seinem Blick. „Heute haben wir mehr zu verlieren.“

Silas grinste. „Oder mehr zu gewinnen.“

Blue antwortete nicht.
Silas nahm noch einen Schluck. „Die beiden Frauen aus der Kutsche ...“

Blue sah ihn fragend an.

Silas lächelte.

„Was?“

„Nichts.“
„Du hast sie doch auch gesehen.“

„Ja.“

„Die Jüngere ist interessant.“

Caleb blickte kurz zu Silas. „Lass es.“

Silas lachte. „Ich habe doch gar nichts gemacht.“

„Noch nicht“, sagte Blue ruhig.
Silas sah ihn an. Für einen Moment verschwand sein Grinsen. Dann kam es zurück.
„Und der Marshal?“

„Was soll mit ihm sein?“, fragte Blue.

„Der steht zwischen uns und Jake.“
Blue stellte seine Tasse ab. „Noch.“

Silas nickte langsam. Dann wiederholte er süffisant: „Noch.“

Die Sonne sank langsam tiefer. Die Schatten der Felsen wurden länger.

Blue sah zum Himmel. „Wir warten, bis die Dämmerung ganz anbricht.“

Silas blickte ihn an. „Und dann?“

Blue stand auf. „Dann sehen wir weiter.“
Er ging zu den Pferden.

Silas sah ihm nach.
Dann spuckte er in die Glut.
„Immer dieses Warten.“
Caleb schwieg weiter. Doch auch er wusste inzwischen, dass sich in dieser Nacht noch einiges ereignen würde.
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