Ganz in der Nähe spielte sich inzwischen eine andere Szene ab. Eine Szene zwischen Miriam und Blue. Nicht so gewalttätig wie die am Lagerfeuer. Aber dennoch ganz eindeutig gegen Miriams Willen.
Nachdem sie die obersten Knöpfe ihres Reisekleides geöffnet hatte und dieses über ihre Schultern bis zu ihrer Taille herabgerutscht war, konnte auch Blue sich nicht länger beherrschen. Mit einem stillen Lächeln steckte er den Derringer in seinen Gürtel.
„Weiberspielzeug!“ dachte er dabei verächtlich. Schließlich trat er ganz nahe an Claire heran. Und da war er wieder, dieser Geruch, den Claire nicht einordnen konnte. Ja, sie kannte dieses Gemisch: der herbe Duft eines Fremden, unter den sich der Geruch von Schweiß mischte. Der Geruch ihres eigenen Angstschweißes. Doch die Erinnerung blieb nach wie vor in ihrem Kopf gefangen. Wobei Miriam sich fragte, ob es nicht besser wäre, wenn sie dort auch für immer verbleiben würde.
Inzwischen erkundeten Blues Hände ihren Oberkörper. Sie fühlte die großen Hände auf der Unterwäsche, die ihre Brüste noch bedeckten. Große Hände, aber gepflegt, wie sie einige Zeit zuvor, als alle noch scheinbar friedlich am Lagerfeuer zusammensaßen, bemerkt hatte.
Sie trug genau wie ihre Tochter unter dem Kleid einen weißen BH, der ihre Brüste (noch) verdeckte. Und dazu ein geschnürtes Mieder. Das sie mit einer gewissen Eitelkeit für diese Reise ausgesucht hatte. Denn Miriam wusste, dass sie nicht mehr die Jüngste war. Und durch das Mieder konnte sie die eine oder andere Altersfalte, die sich in den letzten Jahren dort gebildet hatte, gut verbergen.

Ihrem verstorbenen Mann hatten diese Falten stets gut gefallen, wie sie in Erinnerung an ihn dachte. Doch das war Vergangenheit. Das Hier und heute sah anders aus, ganz anders!
Blue hatte inzwischen Hand an die auf dem Rücken befindliche Verschnürung des Mieders gelegt und versuchte, diese zu öffnen. Anders als zuvor Jake bei Claire jedoch nicht mit Gewalt, sondern mit einem gewissen Geschick, wie Miriam anerkennend zugeben musste. Und noch etwas anderes erstaunte sie: ihr eigener Körper fing an, sie zu betrügen. Denn als Blue das Mieder so weit geöffnet hatte, dass er auch dieses Teil herunterziehen und ihre Brüste freilegen und berühren konnte, wurde ihr plötzlich siedend heiß im ganzen Körper. Ihr Gesicht schien zu glühen zu beginnen. Was Blue aber zu ihrem Glück in der Dunkelheit nicht bemerken konnte.
Und dann begannen seine Lippen, ihre stolz aufgerichteten Brustwarzen zu liebkosen. Eine zärtliche Zungenspitze umkreiste diese, langsam, sehr gefühlvoll. Und ja, Miriam musste zugeben, dass sie von Minute zu Minute erregter wurde.
Zu einer anderen Zeit, an einem anderen Ort? Wer weiß, was sich aus einer Begegnung mit diesem seltsamen Fremden ergeben hätte. Aber nicht jetzt. Miriam versteifte sich unter Blues Berührungen. Was diesem nicht unbemerkt bliebt. Aber inzwischen war auch er an einem Punkt angekommen, an dem es kein Zurück mehr gab.
„Leg dich ins Gras. Und entspanne dich!“ Das war sein einziger Kommentar zu dieser Situation.



